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Führung und Macht

Über Macht und Ohnmacht in der Führung


Macht und Führung sind in unseren Vorstellungen und Erfahrungen oft miteinander verknüpft. Positiv wie negativ. Doch viele Führungsaufgaben, z.B. Projekt- oder Fachleitung, sprechen der Führungskraft keine oder nur eingeschränkte Macht zu. Die Frage ist also: geht das überhaupt – Führen ohne Macht?


Führung ohne disziplinarische Macht
Das Thema „Führung ohne hierarchische Macht“ wird in den letzten Jahren immer mehr Realität. Gemeint ist dabei in der Regel die disziplinarische Macht, d.h. die Zuständigkeit für Einstellung, Beförderung und Gehalt ebenso wie der Zugriff auf arbeitsrechtliche Instrumente wie Abmahnung und Kündigung. Das Fehlen dieser „Macht“ wird häufig als Erklärung für Probleme im Führungsalltag bemüht. Dabei sind disziplinarische Kompetenz und Anwesenheit der Führungskraft vor Ort noch lange keine Garantie, dass die Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen die Führung akzeptieren und kooperieren. Autoritäres Auftreten oder lautstarkes Reklamieren der disziplinarischen Gewalt und der hierarchischen Position wirken maximal kurzfristig.

Je mehr räumliche Distanz ins Spiel kommt, d.h. je virtueller die Führungssituation, umso geringer ist die Wirkung hierarchischer Führung, weil immer weniger Kontrolle möglich ist. Wie will ich Arbeitsweise und Verhalten von Personen kontrollieren, die an einem anderen Standort sind und das unter Umständen noch in einer anderen Zeitzone? Das einzig Beobachtbare sind Kommunikationsverhalten und Ergebnisse. Telefongespräche und Emails können aber schon bei Menschen im gleichen Gebäude sehr vieldeutig sein.


Laterales Führen
Und was ist mit der Macht der Führung in Situationen, in denen die disziplinarische Zuständigkeit komplett fehlt? Wir nennen dies das laterale Führen. Das kennzeichnet den Alltag der meisten Projekt- und Fachleiter/-innen. Auch hier gibt es Erfahrungen in beide Richtungen. Ohnmächtige Führung genauso wie „wirk-mächtige“ im Sinne von wirkungsvoller Führung trotz des Fehlens jeder disziplinarischen Gewalt. Wie viele Akzeptanzprobleme haben Sie selbst schon zwischen Projektleitung und Teammitgliedern erlebt? Umgekehrt haben wir alle sicher schon Erfahrungen mit Menschen in der Projektleitung gemacht, die eindrucksvoll Einzelne wie auch das gesamte Team mit großer Akzeptanz zum Projekterfolg geführt haben.

Alle Herausforderungen vereint die Kombination von virtuellem und lateralem Führen, also z.B. Projekt- oder Fachleitung in virtuellem Kontext. Doch egal ob hierarchisch, virtuell oder lateral oder kombiniert. Selbst wenn disziplinarische Mittel zur Verfügung stehen, ist ihr Einsatz nicht immer sinnvoll und auch ohne gibt es Beispiele macht-voller oder wie oben schon mal gesagt „wirkmächtiger“ Führung. Genauso wie es die Erfahrung mit Führungskräften gibt, die ihre Macht nicht wirklich nutzen oder im Gegenteil sie ausnutzen.

Damit stellt sich die Frage nach den Möglichkeiten, wenn disziplinarische Macht nicht genutzt werden kann, soll oder will. Was tun, wenn keine formale Macht verfügbar ist und dennoch erfolgreich geführt werden soll?
Dazu gilt es, sich zunächst einmal allgemein dem Phänomen „Macht“ zu nähern und dann die Konsequenzen im Führungskontext genauer zu betrachten.

Erfahren Sie mehr
•    über das schlechte Image von Macht,
•    was der Begriff eigentlich bedeutet,
•    wie sich die Einstellung zu Macht und damit auch die traditionelle Führungsrolle verändert haben,
•    welche 4 Einflussgrößen anstelle von Hierarchie den Führungskräften zur Verfügung stehen,
•    was das für Anforderungen an die Führungskompetenz bedeutet
•    und was Führungspersönlichkeit und „natürliche“ Macht auszeichnet.

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